Matra-Rancho
Der Matra Rancho ist ein französischer, in Gemeinschaftsproduktion der Autohersteller Matra, Simca und Talbot gefertigter Großraumkombi, der erstmals 1977 die Straßen der Welt unsicher machte. Man kann durchaus behaupten dass der Rancho, obwohl ihm Allradantrieb versagt wurde, der Vorläufer aller heutigen „SUV“ war. Aus diesem Grund war er seinerzeit nahezu konkurrenzlos.
In den ersten Verkaufsjahren wurde der Rancho noch unter dem Namen „Matra Simca Rancho“ vertrieben. Nach Übernahme von Simca durch die Chrysler/Rootes Gruppe und später durch Talbot betitelte man den futuristisch wirkenden Franzosen schließlich als „Talbot Matra Rancho“. Das neue Konzept eines Multivans mit vielseitigen Nutzungsmöglichkeiten entwickelte man bei Matra, die robuste Technik stammte aus dem Simca – Lager und der Vertrieb wurde kurzerhand Anfang bis Mitte der 80er Jahre von Talbot übernommen. Als Basis des Rancho diente der Simca 1100 VF2, besser bekannt als „City – Laster“.
Für ausreichend Vortrieb sorgte der 80 PS starke Motor aus dem Simca 1308 GT. Alle Komponenten wurden von Poissy/Paris ins Matrawerk nach Romorantin geliefert, wo der fertige GfK – Aufbau bereits darauf wartete, mit dem technischen Rest des Fahrzeugs komplettiert zu werden. Fertig war das sogenannte „Spaßmobil“ und konnte auch abseits befestigter Straßen bewegt werden. Der Matra Rancho wurde in einer Gesamtstückzahl von 56457 Exemplaren von 1977 bis einschließlich 1984 gebaut.
Hier eine objetive Kaufberatung PDF Dokument (3,7MB).
Modellvarianten
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Basismodell Matra Simca oder Talbot Matra
mit einfachster Ausstattung und Stahlfelgen |
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Modell Rancho „X“ mit
luxuriöser Veloursausstattung, Drehzahlmesser, Amperemeter, und
serienmäßigen Alufelgen. Anhängerkupplung optional. Der Rancho X
war immer mit einer Metalliclackierung versehen und hatte bronze getönte
Scheiben.
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Modell Rancho „Grand Raid“ (große
Reise) sehr selten und begehrt. Der Grand Raid verfügte über einen
zweiten Ersatzreifen auf dem Dach, zwei Suchscheinwerfern auf der
Haube und einer Seilwinde mit Fernbedienung an der vorderen Stoßstange.
Darüber hinaus hatte er noch einen Stahlträger – Unterfahrschutz für
grobes Gelände und ein 30%iges Sperrdifferential. Diesen Geländewagen
konnte man nur in einer matten, olivgrünen Lackierung und mit
Stahlfelgen ET 40 gepaart mit hinteren Spurverbreiterungen erwerben.
Alle anderen Ranchomodelle hatten Felgen mit ET 22. Besonderheit: Außer
in Deutschland und Österreich hatte der Grand Raid grobstollige
Baboulin – Crossreifen aufgezogen. Als einziges Modell der
Matrafamilie hatte der GR einen niederverdichteten Motor (BTC) um in Ländern
mit schlechterer Benzinqualität auszukommen und ergänzende
Dichtprofile an den unteren Türkanten, die das Eindringen von Wasser
im feuchten Geländebetrieb verhindern sollten.
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Modell Rancho „DC“ (Decouvrable) oder
auch Cabrio genannt. Der DC hatte ein abnehmbares Verdeck am hinteren
Aufbau, wogegen der Fahrer und Beifahrer komplett überdacht blieb.
Des weiteren verfügte der DC über eine wunderschöne, wetterfeste,
hellbraune Kunstlederinnenausstattung mit weißen Kedern. Man konnte
dieses schöne Cabrio nur in den beiden Außenlackierungen rotbraun
und grün erwerben. Aufgrund des fehlenden GfK – Aufbaus hinten war
beim DC keine Dachantenne installiert, sondern ein Antennendraht in
der oberen Scheibe integriert.
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Modell Rancho „AS“ (Affaires &
Societé) für französische Geschäftsleute. Bei diesem Modell fehlte
die hintere Sitzbank und konnte deswegen mit LKW – Zulassung
betrieben werden. Dies führte dazu, dass der „AS“ in Frankreich
mehrwertsteuerfrei blieb. Dieses Modell gab es nur in der Basisversion
ohne jegliche Zusatzausstattung.
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Sondermodell Rancho
„Davos“ mit serienmäßigem Blaupunkt Autoradio, Ski – Trägern,
Schneeketten und besonderen seitlichen Zierstreifen. Als kleines
Highlight war seitlich am Wagen eine Aluminium – Plakette mit dem
Namen des Erstbesitzers und der fortlaufenden Nummer angebracht.
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Sondermodell Rancho
„Nautica“ in weißer Außenlackierung mit blauer
Innenausstattung aus Skai und weißen Kedern. Die Felgen waren in
Wagenfarbe lackiert. Auch der Schalthebel war in weiß gehalten mit
blauem Knauf, der Fahrersitz war komplett zum nach vorne Klappen, wie
auf der Beifahrerseite, deshalb auch kein Innentürgriff, nur eine
Schlaufe zum Zuziehen. Der Nautica hatte eine spezielle Dachantenne
nicht nur für Radioempfang sondern auch für Telefon, was seinerzeit
sehr exklusiv war.
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Sondermodell
Rancho „Midnight“. Ein auf 100 Exemplare limitierter Rancho
von Oktober 1981 mit tief – schwarzer Lackierung, roten Zierstreifen
und Schriftzügen. Der vordere Rammbügel, die Scheinwerferumrandungen
, Türgriffe, Regenleisten und die Dachgalerie waren anstatt wie üblich
in mattschwarz, diesmal in Chrom ausgeführt. Die Innenausstattung
begeisterte den Käufer durch graues Velours mit roten Kedern. Auch
die Armaturenbrettpolsterung war in grau gehalten und zusätzlich
hatte der Wagen eine Mittelkonsole mit 3 – teiligem HIFI System.
Leider wurde dieses Modell nur in Frankreich für „spezielle Freunde
von Matra“ angeboten. (Originaltext Infoblatt)
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Sondermodell Rancho „Behinderten -
Umbau“. Die holländische Firma Smulders baute ab März 1980 jeden
Rancho zum rollstuhlgerechten Behindertenfahrzeug um. In Deutschland
übernahm diesen Umbau nach Plänen der Holländer die Firma Helmut
Jelschen aus Bad Zwischenahn. Im Heck wurde der gesamte Boden heraus
getrennt, tiefer gesetzt und verstärkt, die Heckklappe seitlich als Türe
angeschlagen, so dass man den Wagen hinten elektrohydraulisch
(Hinterachsniveaulift) absenken konnte, um mit einem Rollstuhl direkt
einfahren zu können. Die serienmäßige Anhängerkupplung war somit
nicht mehr möglich. Aus Platzgründen verschwand das Reserverad ins
Wageninnere und ein kleinerer Tank mit nur 26 Litern Fassungsvermögen
wurde unter dem Beifahrersitz installiert. Erstaunlicherweise sind
diese umgebauten Ranchos im Gesamtzustand wesentlich besser als jene,
die als normale „Lastentransporter“ bei jedem Wetter raus mussten.
Dies ergab sich wahrscheinlich auch aus der Tatsache heraus, dass der
Neuwagenpreis dieses Rancho – Modells knapp 50000 DM hoch war. Dabei
ergab sich alleine aus dem Anschaffungspreis vermutlich
eine etwas peniblere Pflege- und Wartungsmentalität.
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Zusatzausstattung
Wie bei fast allen Autoherstellern, so konnte man auch bei Matra aus zahlreichen Zusatzoptionen wählen und seinen Rancho aufwerten.
Anhängerkupplung: optional für das Modell „X“, serienmäßig bei allen anderen Ranchos
Metalliclackierung: nicht für das Modell „Grand Raid“, serienmäßig beim Modell „X“
Alufelgen: in 3 Versionen erhältlich, nicht für das Modell „Grand Raid“, Serie beim „X“
Suchscheinwerfer: serienmäßig beim Modell „Grand Raid“
Unterfahrschutz: serienmäßig beim Modell „Grand Raid“
Sperrdifferential: serienmäßig beim Modell „Grand Raid“
Seilwinde: serienmäßig beim Modell „Grand Raid“
3. Sitzbank: wurde entgegengesetzt zur Fahrtrichtung montiert für 2 weitere Personen
Doppel – Bett: für alle Ranchomodelle erhältlich, außer für „Behindertenumbau“
Lastenskiträger: für alle Ranchomodelle erhältlich
Gepäckraumabdeckplatte: für alle Ranchomodelle erhältlich
Klimaanlage: für alle Ranchomodelle erhältlich, wobei 15 Stück exklusiv für die Leibgarde des Diktators von Libyen, Ghadafi, ausgeliefert wurden!
Scheinwerfer – Wischer: für alle Ranchomodelle erhältlich
Darüber hinaus konnte man aus insgesamt 25 verschiedenen Farben seine Außenlackierung wählen. Zusätzlich waren bei allen Modellen serienmäßig Lautsprecherboxen in den Türen installiert. Alle Ranchovarianten verfügten über den 80 PS starken, 1442 ccm Reihenvierzylindermotor mit 4 – Ganggetriebe.
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